Spiritualität im Alltag

Autor: Robert Böhm ist Heilpraktiker, Zen-Schüler und spiritueller Begleiter auf dem Weg. Spiritual Healing Institut®,

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Spiritualität im Alltag

Spiritualität ist lebendige Hinwendung zum Göttlichen, der Einheit. In diesem Bewusstsein ist alles Leben Ausdruck der Ganzheit und damit spirituell. Doch die meisten Menschen teilen ihr Leben mindestens auf zwei Bereiche auf: „privat“ und „Arbeit“. Manchmal kommt ein dritter Bereich hinzu, der dann „Meditation“ oder „spirituelle Übung“ genannt wird.

Liebe und Güte

Unterschiedliche Vorstellungen von Spiritualität hängen wahrscheinlich damit zusammen, dass die unterschiedlichsten Formen praktizierter Spiritualität auf der Erde existieren. Die zwei grundlegendsten Wege dabei sind der der Liebe und das Erfahren von Bewusstsein. Es gibt also zwei Dinge, die enorm wichtig sind: Liebe, die für alle Wesen einen Existenzraum erstellt, und das Erwachen des Bewusstseins, das in uns allen Erkenntnis erschafft. Man könnte auch sagen Hingabe und Erwachen.

Die einfachste Form, wie wir Spiritualität in unserem Alltag integrieren können, besteht sicherlich im Ausdruck der Liebe. Da viele von uns im Leben so verletzt wurden und der Begriff „Liebe Dich und Deinen Nächsten“ sehr strapaziert ist, können wir mit dieser Aufforderung oft wenig anfangen. Wenn wir von Liebe reden, bedeutet das sicherlich nicht, dass wir jeden umarmen müssen, sondern meint etwas Grundsätzlicheres. Im Buddhismus spricht man davon, gütig zu sein und meint eine grundsätzliche Haltung, die anstrengungslos ist, da sie in uns natürlicherweise im Herzen vorhanden ist. Es ist eine natürliche Hinwendung zu einem anderen Wesen aus Deiner Tiefe – so wie Du Dich natürlicherweise einem Kind zuwendest, welches weint. Der Aspekt der Güte in uns erschafft einerseits Raum für Dasein und andererseits Akzeptanz. Wenn wir verstanden haben, dass Güte einfach da ist, weil es uns gibt, können wir diese Qualität Schritt für Schritt in unserem Alltag manifestieren. Das wäre die einfachste Art gelebter Spiritualität. Diese nachfolgende Öffnung des Herzens zeigt sich dann als Erfahrung von all umfassender Liebe, woraus sich Hingabe und Zuversicht entwickelt.

Erwachen und Erkenntnis

Nicht jeder von uns besitzt diese Qualität von Güte von vornherein. Manche leben mehr in ihrem Kopf und sind vor allem Forschertypen. Diese Menschen werden eher von der zweiten Qualität des Weges, dem Erwachen oder dem Erkennen angezogen. Sie wollen oft ein spirituelles Abenteuer, forschen und untersuchen, wie die Welt in ihrem innersten Kern zusammengebaut ist. „Wo komme ich her? Wer bin ich? Und wo gehe ich hin?“ lauten dann die Fragen, die diesen Weg gestalten. Auf diesem Weg muss die Struktur der Schöpfung in den Rhythmen der Kreisläufe der Natur erforscht und erfahren werden. Der Beginn des Erwachens dort ist also, dass alle Erfahrungen eingeladen und untersucht werden müssen. Der spirituelle Weg im Alltag dieser Menschen zeichnet sich aus durch eine Art Unnachgiebigkeit, alles zu hinterfragen und die Perfektion der weltlichen Realität anzuzweifeln. Sie sind auf der Suche nach dem, was sich vor der Persönlichkeit verbirgt.

Die Alltäglichkeit eines spirituellen Weges ergibt sich aus verschiedensten Tatsachen, die wir nicht vermeiden können. Wir wachen auf aus dem Schlaf und stellen fest, dass wir uns in einer Welt wiederfinden, die wir in vielerlei Hinsicht nicht verändern können. Unser Körper ist immer derselbe, Atmung findet statt, wir müssen essen und trinken, schlafen und aufwachen. Genauso wie die Jahreszeiten, so ist auch unser Leben durch vielerlei Abläufe geregelt. Manche Menschen nehmen das wahr, manche nicht. Allein schon Wahrnehmung ist ein Teil der Bewusstwerdung innerhalb von spirituellem Erkennen und kann das Empfinden in uns ausdehnen, Teil der Schöpfungszyklen zu sein.

Was also ist genau Spiritualität, wenn die ganze Welt im eigentlichen Sinne ein Wunder ist und spirituell? Es bedeutet das Erwachen aus einer Art Schlaf, der verhindert, dass wir diese Welt als Wunder erleben können. Es ist der Schlaf, der von unserer Persönlichkeit ausgelöst wird, die aus allen Prägungen unserer Erziehung von Eltern und Gesellschaft besteht. Doch im Innersten bleibt die Wahrnehmung der immer währenden Lebendigkeit unserer Existenz erhalten. Auf diese können wir uns beziehen. Wahrnehmung selbst ist anstrengungslos im Unterschied zu Konzentration. Wahrnehmung des Lebens ist spirituelle Meditation für den Alltag. Deshalb wird sie in allen Kulturen als die grundlegendste aller Meditationen beschrieben.

Persönlichkeit und Ich

Da wir gefangen in unserer Persönlichkeit die Welt nicht als Ganzheit wahrnehmen, zersplittert sie in die verschiedensten Eindrücke, Überzeugungen und Bereiche. Ein Ich erscheint, das sich von allen abgrenzt, sich schützen muss und um sein Überleben kämpft. Das kreiert enormen Stress, der uns in seiner überschnellen Art die Ressourcen zum Durchatmen raubt. Wir schenken uns nicht mehr die nötige Ruhe, die wir bräuchten, um die Welt ganzheitlich zu erfahren. Die zersplitterte Wahrnehmung der Welt ist dann alltägliche Erfahrung. Die Geschwindigkeit unseres Denkens und unserer Persönlichkeit müsste entschleunigt werden, damit das Leben eine Chance hat, zu einer essentiell fühlbaren Lebendigkeit zurückzukehren.

Lebendigkeit und Fühlen

Es stellt sich oft eine tiefe Phase von Reinigung ein, die der Erfahrung der eigenen inneren Lebendigkeit, dem Entstehen von Präsenz und Zentrierung ins Hier und Jetzt, vorausgeht. Diese gefühlte innere Lebendigkeit ist eine Öffnung für einen tatsächlich fließenden Lebensstrom, der von oben durch den Kopf einströmt, durch den ganzen Körper fließt, aus den Füßen hinaus in die Erde hinein. Später öffnet sich das Fühlen nach allen Richtungen. Dieser Lebensfluss ist eine kosmische Kraft und durchdringt eigentlich jeden Augenblick unseres Alltags. In ihm erwacht unser Bewusstsein. Dieses Bewusst sein ist notwendig, um uns im Alltag und in unseren Tätigkeiten so in uns ruhen zu lassen, dass uns die Inhalte unseres Tuns nicht verschlucken und am Ende des Tages erschöpft zurück lassen. Mitgenommen zu werden, sich zu verlieren in Handlungsabläufen und Tätigkeiten, absorbiert Ressourcen und füllt uns mit Fremdenergien (Identifikationen mit Persönlichkeit, Überzeugungen und Gefühlen anderer), die wir später im Schlaf verarbeiten müssen.

Durchflussübung für den Alltag

Immer wieder müssen wir in unserer Übung zu uns selbst, zu unserem eigenen Kern und zu unserem Körpergefühl zurückkommen, damit Lebensenergie uns ernähren und erfrischen kann. Viele Störgefühle, durch Stress oder Druck ausgelöst, können uns dabei behindern. Eine der tiefen Möglichkeiten, die wir hier auf der Erde geschenkt bekommen, um loslassen zu können, bezieht sich auf die Möglichkeit, den Körper und sein Energiefeld zu erden. Das funktioniert im Grunde ganz einfach so, wie bei elektrischen Geräten eine Erdung existiert und Spannungen abfließen können. Genauso können Menschen lernen, ihre festgehaltenen Spannungsgefühle immer wieder abfließen zu lassen. Warum geht das so einfach? Der Grund ist recht lapidar. Mutter Erde benützt ununterbrochen eine Kraft, die von der Erdoberfläche bis tief in den Erdmittelpunkt arbeitet: die Schwerkraft. Die Schwerkraft ist eine Kraft, gegen die wir uns gefühlsmäßig nicht wehren sollten. Indem wir liebevoll wahrnehmend den Strom erlauben, hilft er uns, Spannungswellen loslassen zu können. Genauso wie ein Baum die Himmelskräfte von oben einsaugt und durch seinen ganzen Stamm in die Erde fließen lässt. Bäume können uns helfen, wenn wir noch keine energetischen Erfahrungen haben, diesen wohltuenden Strom im Körper zu bemerken.

OLHT-Meditation

Visualisiere energetisierende Wurzeln aus jeder Zelle Deines Körpers, die Dich mit dem Herz der Erde verbinden und lass alle Belastung jeder Zelle in die Anziehungskraft der Erde hinein los. Dusche Deinen gesamten Körper äußerlich und innerlich in Licht, welches dem Höheren Selbst – der Quelle unserer Lebenskraft – über unserem Kopf entspringt. Tanke dort Energie, Licht und geistige Nahrung, die Dich meditativ durch den Tag führt.