Heilung des Weiblichen und Männlichen –  für eine heilige Sexualität

Die Autorin: Parvati Margarete Florschütz ist Heilpraktikerin für Pschotherapie, zertifizierte Yoga- und Tantralehrerin sowie zertifizierte Frauenmasseurin. Seit Anfang 2010 leitet sie das selbstgegründete Tantra-Yoga Institut „Living Tantra Vision” in München
www.living-tantra-vision.de

Heilung des Weiblichen und Männlichen – für eine heilige Sexualität

In meiner tantrischen Massagepraxis erlebe ich immer wieder, dass bei vielen Menschen die Sexualität belastet ist durch unerfüllte Erwartungen. Frustra - tion entsteht oft, weil das von außen vermittelte Bild von erfüllter Sexualität und das eigene Erleben in starkem Widerspruch stehen. Viele Beziehungen leiden darunter oder gehen in die Brüche. Meist erschöpft man sich mit Schuldzuweisungen und versucht allein klar zu kommen – Frauen oft durch Rückzug, Männer häufig durch Fremdgehen. Dazu gehört manchmal auch der Gang zur Tantramassage. Wobei dies nichts mit Fremdgehen zu tun hat – was zeigt, dass falsche Vorstellungen über Tantra noch weit verbreitet sind. Dabei könnten tantrische Massagen auch vielen Paaren zu gemeinsamer Erfüllung verhelfen.

BLOCKADEN BREMSEN DEN FLOW

Diana Richardson propagiert „Slow-Sex“, bei dem es um eine sehr entspannte Vereinigung geht, ohne Absicht und ohne Ziel. Dabei überlässt man Yoni und Lingam, den Lustorganen von Frau und Mann, den gegensätzlichen Polen Plus und Minus, sich selbst zu verbinden und den Strom der orgastischen Energie im Körper zirkulieren zu lassen. Ich finde das ganz toll und eine Möglichkeit, den Druck auf beiden Seiten herauszunehmen, doch was ist z.B., wenn die Frau Schmerzen in der Yoni hat und der Mann erst gar nicht eindringen kann? Und was ist, wenn der Mann einen Samenerguß erlebt, kaum dass er eingedrungen ist? Dann wird er die Energie wohl kaum lange halten können, wie es beim Slow-Sex erforderlich ist, damit eine Verbindung der Pole geschehen kann.

Da ich eine erfüllte Sexualität für die Paarbeziehung als sehr wichtig erachte und sich hier auch immer wieder ganz viele unerlöste Ängste und Traumata zeigen, arbeite ich sowohl mit Frauen, als auch mit Männern, um Blockaden zu lösen, so dass eine dauerhafte sexuelle Erfüllung in einer Beziehung möglich wird.

DIE YONIHEILMASSAGE

Bei der Yoniheilmassage geht es darum, Verspannungen und Schmerzpunkte in der Yoni, die in Verbindung mit verschiedenen Themen und Traumata stehen können, aufzuspüren, die in einem solchen Punkt gebundene Emo - tion zu entladen und durch die kommunikative und empathische Begleitung verdrängte und abgespaltene Themen ins Bewusstsein zu holen, damit Heilung geschehen kann. Für uns Frauen gibt es keinen direkteren und effektiveren Zugang dazu als durch diese Massage, weil in der Yoni alles gespeichert ist, was wir jemals erfahren haben. Durch sie können wir wie mit nichts anderem unsere Selbstheilungskräfte aktivieren und an unserer sexuellen Freiheit arbeiten. Dabei begleite ich die Frau achtsam und absichtslos durch diesen Prozess. Ich stimuliere nicht dahingehend, den Orgasmus als Erfolg der Massage zu erzielen. Somit kann sie sich dabei ganz entspannen und hingeben. Wenn blockierte Energie durch die Massage gelöst wird und frei fließen kann, stellt sich Lust und Orgasmusfähigkeit als natürliche Folge von selbst ein.

DIE LINGAMHEILMASSAGE

Leider haben viele Männer eine völlig falsche Vorstellung von dieser Massage. Die übliche sexuelle Erfahrung ist an eine schnelle Befriedigung mit Ejakulation gekoppelt. Was viele Männer für die „Entspannung” danach halten, ist einfach Müdigkeit, die sich durch den Energieverlust bei der Ejakulation einstellt. Durch tantrische und taoistische Praktiken kann die sexuelle Energie jedoch erhalten, umgewandelt und das Lustniveau sogar noch erheblich gesteigert werden. Durch diese Praktiken kann der Mann sich energetisch aufladen, er lernt wie er seine Erektion länger halten kann, um das Liebesspiel nicht nur länger, sondern auch für beide befriedigender und intensiver zu gestalten.

HEILIGE VEREINIGUNG

Das höhere Ziel der tantrischen Massagen ist die Schaffung der Voraussetzungen für „Slow Sex“. Wenn die Frau durch die Yoniheilmassage ihre Verletzungen geheilt hat, kann sie sich wieder in Liebe dem Mann hingeben. Durch ihre Hingabe berührt sie den Mann in seiner Seele, so dass sich auch bei ihm das Herz für die Liebe öffnet. Wenn sie sich dabei ganz entspannen kann, in dem Wissen, dass der Mann die Energie lange halten kann, ohne dem Orgasmus hinterher zu jagen, kann es in den bei Mann und Frau entgegengesetzt gepolten Chakren zu einer Vereinigung der Energieströme kommen. Diese gewaltige Energie kann einen ganzkörperlich ekstatischen Zustand auslösen.