AUS: „DER ELEFANT, DER DAS GLÜCK VERGASS”, AJAHN BRAHM, LOTOS VERLAG 2015

Die Fabel von den zwei Hühnerbauern

Es waren einmal zwei Hühnerbauern. Der eine stand morgens in aller Frühe auf, schnappte sich ein Körbchen und ging zum Hühnerstall, um die Erzeugnisse der vergangenen Nacht einzusammeln. Er füllte sein Körbchen mit Hühnerkacke und ließ die Eier zum Verfaulen auf dem Boden liegen. Dann nahm er das Körbchen mit der Hühnerkacke mit ins Haus zurück, wo sie einen unangenehmen Geruch verbreitete. Die Familie dieses Hühnerbauern war sehr ärgerlich auf ihn.

Auch der andere Hühnerbauer nahm ein Körbchen und betrat den Hühnerstall, um die Erzeugnisse der vergangenen Nacht einzusammeln. Aber er füllte das Körbchen mit Eiern und ließ die Hühnerkacke zum Verfaulen liegen. Später einmal würde sie einen wertvollen Dünger abgeben, aber im Haus hatte sie nichts zu suchen! Also trug er nur die Eier ins Haus und bereitete aus einigen davon ein köstliches Omelett für seine Familie. Die übrigen verkaufte er anschließend für gutes Geld auf dem Markt. Die Familie dieses Hühnerbauern war sehr zufrieden mit ihm.

Die Bedeutung dieser Fabel: Was legen Sie in Ihr Körbchen, um es mit nach Hause zu nehmen, wenn Sie die Erzeugnisse Ihrer Vergangenheit einsammeln? Gehören Sie auch zu den Leuten, die alle Unannehmlichkeiten des Tages (beziehungsweise ihres gesamten Lebens) auflesen und sie mit nach Hause nehmen: „Schatz, die haben mir heute einen Strafzettel verpasst!” Oder lassen Sie Ihre negativen Erfahrungen da, wo sie hingehören, nämlich in der Vergangenheit, und erinnern sich nur an die glücklichen Momente? Anders gefragt: Wollen Sie Mist einsammeln oder doch lieber Eier?