Vegane Ernährung

DIE AUTORIN: Karin-Mirijana Gieron-Hix ist Autorin, Life Coach und betreibt eine Praxis für Ayurveda Medizin. Sie gibt Kochkurse in ayurvedischer und veganer Ernährung und ist selbst begeisterte Veganerin. Sie kocht aus Leidenschaft normale Alltagsgerichte und veganisiert sie – info(at)mirijana.eu www.mirijana.eu

Vegane Ernährung

gesund und lecker

VEGANISMUS IN DER HEUTIGEN ZEIT

Wer sich vegan ernährt, nimmt keine Produkte zu sich, die vom Tier stammen, verzichtet also in seiner Ernährung auf Fleisch, Fisch, Eier, Milch oder Honig. Es gibt zwei unterschiedliche grundlegende Motivationen, aus denen heraus sich Menschen entscheiden, vegan zu leben. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die aus ethisch motivierten Gründen jegliche Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ablehnen. Das schließt auch den Verzicht auf tierische Materialien wie Kleidung (Leder, Wolle, Sei de) oder in Tierversuchen getestete Produkte mit ein. Auf der anderen Seite gibt es ökologisch, gesundheitlich oder religiös motivierte Menschen, die sich einer veganen Ernährung zuwenden. Dazu zählt nicht unbedingt eine vegane Lebensweise. Der Veganismus hat in den letzten Jahren eine hohe Beachtung gefunden. War es noch vor einigen Jahren eine Randgruppe, die sich vegan ernährte, so ist der Veganismus heute – vor allem auch bei jungen Menschen – zu einem Trend geworden. Durch Gammelfleischskandale, Dioxin oder die Auswirkung der Massentierhaltung wenden sich immer mehr Menschen einer veganen Ernährung zu. Heute leben nach Schätzungen in Deutschland ca. acht Prozent unserer Bevölkerung vegan – die Tendenz ist steigend. In anderen Ländern, wie z.B. in Indien, ist der vegane Anteil an der Bevölkerung wesentlich höher, dort leben ca 40 Prozent der Menschen vegan.

DER POSITIVE EINFLUSS AUF UNSERE GESUNDHEIT

Die vegane Ernährungsweise hat natürlich auch eine sehr positive Auswirkung auf unsere Gesundheit. Verschiedene wissenschaftliche Studien, wie etwa die „China-Study”, haben gezeigt, dass eine rein pflanzliche Ernährung das Risiko, z.B. an Krebs, Herzund Kreislauferkrankungen oder Diabetes zu erkranken, senkt. Auch unsere Umwelt und der Klimawandel profitieren von einer veganen Ernährung. Immer mehr Menschen beschäftigen sich heute mit einer gesunden Ernährungsweise. Sie probieren das einoder andere aus und merken, dass sie doch nicht ganz vom Fleisch wegkommen, geschweige denn von allen tierischen Produkten. Vielen fällt es schwer, aus ihren gewohnten Mustern herauszukommen und sich mit einer ganz neuen Denkweise zu beschäftigen. Denn das ist die vegane Ernährung! Wir müssen umdenken – von tierischen zu rein pflanzlichen Produkten.

VITAMIN B12 UND CO.

Aber was ist dran, am Vitaminmangel bei einer veganen Ernährung? Grundsätzlich haben Pflanzenesser in der Regel eine bessere Vitaminversorgung als Allesesser, lediglich bei den Vitaminen D und B12 ist Vorsicht geboten, außerdem sind die Omega-3-Fettsäuren zu beachten. Menschen, die sich vegan ernähren, sollten darauf achten, dass ihr Vitamin B12 in ausreichender Menge vorhanden ist. Dieses Vitamin ist wichtig für die reibungslose Funktion unseres Nervensystems. Der B12-Mangel beschränkt sich jedoch nicht nur auf Menschen, die sich vegan ernähren, sondern kommt ebenso bei Menschen vor, die sich auf andere Art und Weise ernähren. Vitamin B12 können wir durch Nahrungsergänzungsmittel zuführen. Vitamin D ist nicht nur für unsere Knochen von besonderer Wichtigkeit, sondern für so ziemlich alle Organfunktionen. Auf der einen Seite können wir unser Vitamin D aus dem Sonnenlicht ziehen, was allerdings in den Wintermonaten nicht ganz so einfach ist. Wir sollten uns daher auch in dieser Zeit so oft wie möglich im Freien an der Sonne aufhalten oder mit Nahrungsergänzungsmittel den Bedarf an Vitamin D decken. Omega-3-Fettsäuren erhalten wir z.B. durch Leinöl, Hanföl, Raps- und Walnussöl.

GUTE ALTERNATIVPRODUKTE

Wenn wir all dies beachten, steht einer veganen Ernährung nichts mehr im Weg. Jetzt können wir beginnen, uns mit rein pflanzlicher Kost zu beschäftigen. Dass sie uns vitaler und freier im Kopf macht, steht außer Frage und trotzdem schaffen viele Menschen den Sprung zur rein pflanzlichen Ernährungsweise nicht. Sie beschäftigen sich mit der veganen Ernährungsweise, stöbern in Kochbüchern und kochen das ein oder andere und stellen fest: Ich brauch doch wieder mal Fleisch. Das muss jedoch nicht sein, denn es gibt heutzutage so viele gute Ersatzprodukte für alle möglichen tierischen Produkte. Wir müssen uns nur damit beschäftigen.

Als Ersatz für Fleisch gibt es z.B. Soja- Fleisch in Form von Schnitzel, Steaks, Medaillons usw. Es gibt Tofu, der aus Sojabohnen- Teig hergestellt wird, in fester Form, als Seidentofu (vor allem auch für leckere Süßspeisen geeignet!) und Räuchertofu für die unterschiedlichen Verwendungsbereiche. Erwähnenswert als Fleischersatz sind auch noch Tempeh, der in Indonesien schon seit dem 16. Jhd. hergestellt wird und dort zu den Grundnahrungsmitteln zählt, sowie Seitan, ein Produkt aus Weizeneiweiß mit fleischähnlicher Konsistenz. Es hat seinen Ursprung in der chinesischen Küche und wurde von vegetarisch lebenden Mönchen entwickelt. Außerdem gibt es noch die Lupine. Sie wird aus dem Samen der Süßlupine hergestellt und, ähnlich wie Tofu, als Fleischersatz zubereitet. Auch für alle anderen tierischen Produkte werden Ersatzprodukte angeboten, die rein pflanzlicher Herkunft sind und wunderbar in der veganen Küche eingesetzt werden können. So kann man als Ei-Ersatz Sojamehl, statt süßer Sahne Sojasahne, statt Milch Pflanzenmilch aus Hafer, Soja oder Reis verwenden und nicht zu vergessen, die zum Teil sehr guten, schon fertigen veganen Produkte wie Schinken oder Pizzatofu (den man sehr gut als Alternative zu Leberkäse auf sein Brötchen legen kann), veganer Joghurt, Käse und viele weitere Produkte. Die Palette erweitert sich ständig...

Wichtig in der veganen Küche ist die richtige Zubereitung und das richtige Würzen der Speisen, da das Gericht auch genauso gut schmecken soll wie die fleischliche Alternative. Und es geht! Alle „normalen” Gerichte können weitestgehend „veganisiert” werden – und in den meisten Fällen merkt man nicht einmal, dass es kein „echtes Fleisch” ist.