Homöopathie Synergien

Autorin: Dorothee Spalt ist seit 2000 Heilpraktikerin und Homöopathin in eigener Praxis. Die Homöopathie begeistert sie seit 26 Jahren.

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Homöopathie

Synergie von Kunst und Wissenschaft

Was lässt jeden von uns in seiner individuellen einzigartigen Art und Weise fühlen, wahrnehmen, erleben und handeln? Was ist die Ursache für Stress und Ängste in unserem Leben?

Der Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) ist der Begrunder der Homöopathie (altgriechisch „ähnliches Leiden”). Enttäuscht von den Ergebnissen der Heilweisen seiner Zeit, war es seine Intention zu heilen – dauerhaft, sanft und ohne Nebenwirkungen. Mit Entdeckungsfreude und offenem Geist untersuchte er Wirkung und Prinzipien der Naturgesetze und entwickelte ein eigenständiges, ganzheitliches, methodisches Heilsystem – die Homöopathie. Die wichtigsten Elemente in diesem Heilprinzip sind das Ähnlichkeitsgesetz (Similia Similibus Currentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt), das Modell der Lebenskraft und die Potenzierung und Dynamisierung von Substanzen in Arzneimittel, die auf energetischer Ebene wirken.

DIE LEBENSKRAFT

Im gesunden Zustand belebt eine dynamische, immaterielle, energetische Kraft, in der Homöopathie Lebenskraft genannt, den gesamten Organismus. Die Lebenskraft ist ein Vitalitätsprinzip, ohne das Leben nicht möglich ist. Der Organismus ist ohne Lebenskraft keiner Selbsterhaltung und Empfindung fä hig, er ist tote Materie, die sich wieder zersetzt und in seine chemischen Bestandteile auflöst.

GESUNDHEIT & KRANKHEIT

Die Lebenskraft steuert das harmonische und flüssige Zusammenspiel der Lebensfunktionen auf allen Ebenen von Körper, Geist und Seele. Die Kombination aus sympathischem, parasympathischem und zentralem Nervensystem, Hormonen und immunologischen Faktoren – das zentrale Kontrollsystem – fließt harmonisch und reibungslos, wie ein perfekt eingestellter Motor. Der Mensch spu¨rt keine Missempfindungen, sein Organismus kann ohne Störung arbeiten – er ist gesund. Hahnemann dru¨ckt das im Organon §9 folgendermaßen aus: „… so dass unser inwohnende, vernünftige Geist sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höheren Zwecke unsere Daseyns bedienen kann.“

Krankheit dagegen ist eine Möglichkeit des Organismus sich mitzuteilen – physisch, emotional oder psychisch. Krankheit ist zunächst eine Störung der Lebenskraft, Prozesse laufen nicht mehr rund. Wenn diese Störung anhält, wird sie zu einem späteren Zeitpunkt auch als klinische Diagnose erstellt werden können. Auf der körperlichen Ebene z.B. als funktionelle Störung wie etwa Herzrhythmusstörung, Schmerzsyndrom oder bereits als organischer Schaden wie z.B. Arthrose, Arteriosklerose, Tumorerkrankungen, Herzinfarkt und auf der mentalen und psychischen Ebene z.B. als Burnout, Essstörungen, Depression.

EINE INDIVIDUELLE THERAPIE

Die meisten Therapien behandeln die Krankheit. Das bedeutet, dass jeder Patient mit der gleichen Krankheit auch die gleiche Therapie und das gleiche Arzneimittel erhält, individuelle Unterschiede werden kaum oder gar nicht berücksichtigt. Die Homöopathie arbeitet anders: Hier wird nicht die Krankheit behandelt, sondern der Mensch, das Individuum. Dem individuellen Energiemuster des Patienten wird Rechnung getragen, indem sehr genau eruiert wird, wie die Empfindung ist, wie Schmerzen und andere Beschwerden erlebt werden, was verschlechtert und zu welchen Tageszeiten, was bessert, welche Begleitsymptome auftreten, welche Besonderheiten, z.B. Essens- oder andere Gelüste, Gefühle, Träume usw. Das Individuum steht im Mittelpunkt. Ziel der homöopathischen Behandlung ist es, die Lebenskraft zu stärken, sodass der Organismus selbst seinen individuellen Weg zur Heilung findet. Das homöopathische Arzneimittel wirkt dabei lediglich als energetischer Katalysator.

HOMÖOPATHISCHE ARZNEIMITTEL

Homöopathische Arzneimittel wirken energetisch auf die Lebenskraft und somit auf den ganzen Menschen. Sie wirken nicht dadurch homöopathisch, dass sie in kleinsten Dosen eingenommen wird, sondern erst durch ihre richtige Anwendung. Nur wenn ein Arzneimittel ähnlich zum gesamten Krankheitsbild des Patienten ist, kann es homöopathisch wirken. Weiterhin sehr maßgeblich sind die richtige Potenz, die richtige Dosierung sowie die richtigen Intervalle zwischen den einzelnen Gaben des Heilmittels.

DIE HOMÖOPATHISCHE ANAMNESE

Das Wort Anamnese kommt aus dem Griechischen und bedeutet (Wieder-)Erinnerung. Der Patient geht spontan durch verschieden Bereiche seines Lebens, das können aktuelle Situationen z.B. Beruf, Beziehung oder auch fru¨here Erlebnisse aus der Kindheit sein, auch Träume, die einprägsam waren oder mehrfach auftraten. Gibt es Filme oder Bücher, die ihn bewegen, welche Hobbys pflegt er und mit welcher Intention, welche Ängste plagen ihn, was macht ihm Stress, mit welchen Strategien begegnet er Problemen, wie geht er mit Erlebnissen um und was beeindruckt ihn überhaupt? Der Homöopath agiert als reiner Beobachter und folgt dem Patienten auf seiner inneren Reise, auf immer tiefere Erfahrungsebenen, ohne Theorien, Interpretationen, eigene Gedanken zu den geäußerten Sachverhalten, Empfindungen und Gefühlen einzubringen. Ziel ist es, den Patienten in seinem Erleben als Ganzes zu verstehen, eine Überschrift, einen gemeinsamen Nenner zu finden, der alles vereint, was diesen Menschen individuell und einzigartig macht. Das passende homöopathische Heilmittel ermöglicht es dem Patienten, seinen individuellen Heilungsweg zu beschreiten, zur Gesundheit zu finden und zur Freiheit sich weiter zu entwickeln.

AKTUELLE STRÖMUNGEN IN DER HOMÖOPATHIE

Die Homöopathie ist eine Wissenschaft, die sich in steter innovativer Weiterentwicklung befindet, immer auf den bewährten Grundlagen der traditionellen und grundlegenden Werkzeuge, wie die Material Medica (Arzneimittellehre), dem Repertorium und den Grundsätzen und Prinzipien des „Organon der Heilkunst” von Samuel Hahnemann. Intention der neueren, erweiternden Konzepte ist es vor allem, den Patienten in der Tiefe noch besser zu verstehen und auch das Verständnis für die in der Homöopathie verwendeten Substanzen zu vertiefen. Die Homöopathie gewinnt ihre Arzneimittel größtenteils aus der Natur: den Reichen der Mineralien, der Pflanzen und der Tiere – und einigen weiteren Existenzformen der Natur. Energie und Muster jedes dieser Reiche sind einzigartig und unterscheiden sich voneinander. Genauso hat jeder Mensch ein individuelles Energiemuster, das seine innere Art der Wahrnehmung und Reaktionsweise bestimmt. Dieses Energiemuster korrespondiert mit dem energetischen Muster eines Anteils aus einem dieser Naturreiche. Wichtige Impulse und Erkenntnisse kommen aus Indien von einer Gruppe von Homöopathen um Dr. Rajan Sankaran an der Akademie „The Other Song‘. Sie haben das System der „Empfindungsmethode” entwickelt und gehen mit einer tief gehenden, verfeinerten Anamnesetechnik der „Vitalempfindung” (auch „Das andere Lied” genannt) auf den Grund.

Dieses System geht aus von dem Prinzip, dass es tief im Inneren von uns allen eine spezifische und klar ausgeprägte Energie gibt – das andere Lied –, die den Zustand unseres Seins bestimmt und unsere charakteristische Wahrnehmung und Reaktion auf die Welt beeinflusst. Diese tiefste, individuelle Empfindung eines jeden Menschen formt und prägt einen wesentlichen Teil unserer Individualität. Der Mensch erlebt diese Vitalempfindung als eine allgemeine Empfindung, einen zentralen Zustand, ein globales Erleben auf allen Ebenen. Wenn es zu einer Störung dieses ureigenen Energiemusters kommt, ist dies die Ursache für Stress und Konflikte sowie ein Mangel an Wohlbefinden. Es ist, als ob sich zu der eigenen menschlichen Melodie, die in jedem von uns klingt, die Melodie einer fremden Substanz mischen würde. In der Homöopathie geht es um die Wiederherstellung von Körper, Geist und Seele hin zu Gesundheit und Balance, sodass das Lied wieder melodiös und vollkommen klingt.

Dr. Michal Yakir aus Israel hat, basierend auf der evolutionären Ordnung des Pflanzenreiches, mit ihrem weitreichenden Wissen als Botanikerin und Homöopathin eine homöopathische Systematik im Pflanzenreich geschaffen, ähnlich dem Periodensystem. Pflanzen sind die Grundlage allen Lebens, Entwicklung ist ihre natürliche Eigenschaft. Sie wachsen und entwickeln sich ohne Unterlass, adaptieren und passen sich an. Sie treiben die gesamte Entwicklung der Biosphäre voran und beeinflussen alle anderen Naturreiche. Dr. Yakirs System bringt die verschiedenen evolutionären Entwicklungsstufen der Pflanzen in Korrelation mit den unterschiedlichen Stadien der Individualisierungs- und Reifungsphasen, die ein Mensch üblicherweise während seiner Entwicklung durchläuft – eines dynamischen Prozesses der Integration von weiblichem und männlichem Prinzip von der Geburt bis ins hohe Alter, einer Entwicklung von der Einheit zur Individualität. Pflanzen können die Entwicklung des Menschen aufzeigen und wenn die Entwicklung unausgewogen und nicht in Balance ist – kurz gesagt, wo Krankheit ist – zu seiner Weiterentwicklung und dem Heilprozess beitragen.